4 Minuten mit Diana Heinrichs

2016-04-26 09:08
von Kristin Oldenburg

"Wenn meine Oma die Technik verstehen würde, das wäre super."

Foto: Attila Erüstün

26.04.2016 - Gemeinsam mit Microsoft konnten wir auf der Social Media Week 2016 einen Abend rund um das Thema
#DigitaleTeilhabe  organisieren. Doch was bedeutet das eigentlich für unsere Gesellschaft? Im Rahmen des Networking-Events haben wir versucht, dieser Frage in zahlreichen Gesprächen auf den Grund zu gehen. Um einzelne Stimmen einzufangen, hat Julia Kottkamp von "40 Stunden" Interviews mit Gästen geführt. Hier ist nun der vierte Beitrag mit Diana Heinrichs.


Welches ist die wichtigste App auf deinem Handy?

Powerpoint, weil ich von unterwegs dann immer noch etwas bearbeiten kann.

Wie beeinflusst der Internetempfang dein Wachwerden?

Gar nicht.

Wann nutzt du das Internet am Morgen zum ersten Mal?

Nach dem Fahrradfahren und Laufen bzw. wenn ich dann im Büro angekommen bin.

Kannst du mir in einem Satz sagen, was Digitalisierung für dich ist?

Digitalisierung ist für mich, die Freiheit mit unglaublich wenigen Mitteln ungemein viele Menschen zu erreichen und etwas für sie zu schaffen.

Was an der Digitalisierung begeistert dich am meisten?

Das die Welt so klein geworden ist.

Verliert sie dann nicht auch ihren Reiz?

Ich finde nicht, weil man sich auch immer wieder auf neue Menschen einlassen kann. Die Digitalisierung kann Grenzkosten runterfahren – in vielerlei Hinsicht – und zu immer neuen Menschen führen. Wobei das Kennenlernen dann immer persönlich sein muss.

Was in deinem Leben wird immer analog bleiben?

Menschliche Nähe.

Was glaubst du, ist der größte Digitalisierungstrend in 15 Jahren?

Meine Oma ist in 15 Jahren 106 Jahre alt. Wie wäre es, wenn Technik so einfach und intuitiv ist, dass sie sie versteht und mit mir skypt? Das fände ich super, denn das bedeutet eine neue Partizipation am Leben. Heute sagt sie "Ach, das ist nichts mehr für mich." Diese Vorbehalte zu durchbrechen, bringt uns alle einen Schritt weiter. Denn meine Oma ist heute nur über das Telefon und die Hausklingel erreichbar.

Und ist das wirklich schlimm?

Ja, denn was heißt "Teilhabe am Leben"? Ältere Menschen lassen sich eher anrufen. Und wer kann sich schon die langen Nummern merken? Als Kind bin ich mit einer dreistelligen Telefonnummer aufgewachsen, auch kannte ich alle Nummern meiner Freunde auswendig. Heute sind die Nummern länger und wechseln oft. Warum verharren wir in so einem Kodex? Wenn wir es schaffen, technische Assistenten so für uns arbeiten zu lassen, dass auch Senioren sie spielend leicht nutzen können, haben wir die nächste Welle der Digitalisierung geschafft. Sprachsteuerungen wie Cortana sind einer der Schlüssel zu mehr digitaler Teilhabe. Sie löst das Problem mit ein paar Worten „bitte ruf meine Tochter an“.

Interview: Julia Kottkamp, 40 Stunden


Diana Heinrichs

Die neue Welt des Arbeitens ist in Deutschland angekommen – technologisch. Mittlerweile vertrauen mehr als zwei Drittel der DAX-30-Konzerne auf die Microsoft Cloud. Dabei sind sich die Exportschlager von A wie adidas über B wie BASF bis H wie Henkel bewusst, dass der Weg zum vernetzten Arbeiten über die Cloud kein rein technologischer ist. Es betrifft die Unternehmenskultur und den Führungsstil genauso wie den Wissensarbeiter und seinen Arbeitsalltag. Als Communications Manager Digital Workstyle bei Microsoft Deutschland hat Diana Heinrichs die Brücke von der technischen zur kulturellen Perspektive geschlagen. Next Step? Eine breitere digitale Partizipation, die alle Gesellschaftsteile, von der Generation Y bis zu den Goldies, einschließt. Dafür hat sie ihren Twitter-Kanal stets bei sich @dianatells – und führt ein Leben #OutofOffice.


Alle Interviews in der Übersicht

Boris Arnold - His & Hers - "Die digitale Welt ist wahnsinnig laut, wahnsinnig schnell und wahnsinnig immer."

Gesa Rasch - NKI Consulting - "Irgendwann haben wir keine Erinnerung mehr an die Welt vor der Digitalisierung."

Rene Sasse - IPHH - "Ich wünsche mir deutlich mehr Menschen, die die Digitalisierung wirklich verstehen und leben."

Diana Heinrichs - Microsoft - "Wenn meine Oma die Technik verstehen würde, das wäre super."

Robert Beddies - betahaus - “Wir verstehen diese Geschwindigkeit nicht.”

Martin Giese - hamburg.de - "Dank der Digitalisierung stellst du fest, dass du nicht alleine auf der Welt bist."

Dr. Katrin Prüfig - Die Medientrainer - "Ich bin über jeden Weg froh, den mir das Internet abnimmt."


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